2012/44 : Trias

Unser relativ übersichtliches Programm heute beginnt mit einem weiteren Single-Streich des Londoner Producers Xtrah, der uns via Critical mit zwei neuen Sichtweisen auf moderne Bassmusik versorgt. Soundclash und Discordance sind dementsprechend ein wenig unzugängliche, experimentell anmutende Ansammlungen von Ausbrüchen, fußend auf solidem Bassfundamente, aber durchsetzt von mitunter freikontextuellen Soundüberraschungen und strukturellen Novitäten. Das klingt jetzt freilich schlimmer als es ist, aber keine Angst, es ist immer noch Xtrah der hier collagiert; das heißt die Tracks sind immer noch deep genug um bis zum Hals darin zu versinken, und insbesondere Soundclash (das an Octane & DLR’s Set Up The Set erinnert) ist eine bestechende Einschlagstudie zum Thema Subbässe als Schubraupen. Aber nicht nur diese in Zeiten immer voller werdender Clubs zeitaktuelle Anleihe spricht für diesen Release.

Xtrah – Soundclash / Discordance (Critical Music)

Auch Spaniens talentiertester Bassbändiger Larrge hat zwei neue Exemplare domestiziert: Antidott zeigt wieder einmal auf, wie viel Detail man auf einen simplen Groove packen kann, ohne diesen zu überladen; und auch Sequence ist ein auf basischem Grunde fußendes Spiel mit Sounds, Räumen und der Wahrnehmung. Larrge geht damit seinen eingeschlagenen Weg unbeirrt weiter, und obgleich wohl mancher anfangs von der Anstrengung -die man nun mal aufbringen muss, um bewusst in diese Musik einzutauchen- abgeschreckt sein dürfte, so offenbart sich darin auch das Wesen dieser passiv und aktiv funktionierenden Musik, die so genuin Hintergrund und Hintergründigkeit darstellt. Wer sich aber erst mal überwunden hat und plötzlich im Kern dieser Klanggebilde wieder zu sich kommt, wird schnell einhören, dass sich ein wenig Anstrengung hier durchaus lohnt.

Larrge – Antidott / Sequence (Future Funk Music)

Der obligate Single der Woche-Orden wird diese Woche virtuell an Eschers hoffentlich stolzgeschwellte Brust geheftet, der uns via sein Hauslabel Narrative Music zwei Geschichten aus einer lange vergangenen Zukunft erzählt, dichte Atmosphäre und Hochspannung inklusive. Das ziemlich treffend betitelte Rugged lässt dabei mehr als nur den Geist der Anfangszeit der Breakbeats auferstehen, sondern formiert eine zähflüssige Masse aus zeitlosem Retro und modernem Geschick, ein etwas verschwommenes aber hypnotisches Amalgam einer bassigen Masse mit einer breakigen Schlagzeugmelodie und einer delikat dreckigen Geräuschkulisse irgendwo zwischen Heuschreckenschwarm und Roboterstreichorchester. Hypnotisch ist auch die Flipside, Late Snare, die nicht zuletzt durch ihre mammutartige (für einen Elefanten ist sie einfach zu haarig) Fläche an epische Dom & Roland-Klassiker erinnert -auch vom Sound her nicht weit davon entfernt ist- und mit ihrem gemütlichen Bassgiganten alles über den Haufen stampft – mit Stil, versteht sich. ‚This is art.‘ hat Goldie angeblich über diese Veröffentlichung gesagt, und ich meine, dem ist nichts hinzuzufügen.

Escher – Rugged / Late Snare (Narrative Music)

Das musikalische Sieb: http://www.facebook.com/Subsphere

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